Dienstag, 23. Februar 2016

Mit goodnews in´s neue Jahr

#readfy
Und zum Jahreswechsel hat dann auch bei readfy die notwendige Finanzierungsrunde geklappt. Ein neuer, regional aufgestellter Seedfonds aus NRW mit einem sehr erfahrenem Management hat sein erstes Investment beschlossen. Ok, ganz unschuldig bin ich jetzt da nicht daran, aber die crowd als Vorfeldorganisation für Investoren ist ein interessanter Ansatz.
Zum Fondsinvestment nur eins: es ist ein klares Investment in das Team. Und es gibt perspektivisch einige wirklich sinnvolle und nachhaltige Erlösquellen, die readfy sich erschließen will und die uns attraktiv erscheinen. Nicht nur ich, auch die crowd, die neuen Investoren, aber auch die perspektivisch neuen Investoren sind gespannt auf die weitere Entwicklung.


#protonet
Das protonet meiner Meinung nach mit die größten Herausforderungen in unserem kleinen Crowd-Labor hat, habe ich schon Ende des letzten Jahres skizziert.
Nun erreicht uns die folgende Nachricht: protonet goes US und wird Teil des YCombinators, einem Startup Accelerator, der sich jetzt mit seinem erfolgreichen Programm den etwas reiferen Startup´s zuwendet. Spannend. Dieser Schritt von protonet öffnet einige Interpretationsmöglichkeiten: der letzte Versuch vielleicht der Wettbewerb deutscher und amerikanischer StartUp-Eco-Systeme, bei dem es mal wieder einen Sieger gibt. Irgendwie drängt sich mit da der Gedanke auf, wenn ich den Blogbeitrag bei protonet zum US-skip lese.
Darüber hinaus finde ich auch noch folgende interessante Info: Die protonet-Mannschaft verstärkt sich um einen erfahrenen Manager für Vertrieb und Marketing. Ich denke, das kann protonet in dem herausfordernden Hardwaresektor mit all den Fragen rund um Wettbewerb, Partnermanagement oder Pricing gut vertragen. Wir sind gespannt auf die Entwicklung. Ich denke, das war eine (vielleicht letzte) Chance für protonet.


Und aller guten Dinge sind 3:

#urbanara
Irgendwie scheint sich die vom mir gefühlt solide Entwicklung zu bestätigen: In einer Nachricht, welche die crowd Mitte Februar erreicht, wird zum Einen von einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft berichtet, aber auch von einem abgeschlossenen 3 Mio. € Investment durch einen strategischen Investor.
Gut, das Weihnachtsgeschäft und seine Skalierung kann man mit den bisherigen Aufbauerfahrung hinbekommen. Was aber aus meiner Sicht interessant ist, wer bei urbanara als Investor auftaucht: Die Unternehmensgruppe Brüder Schlau aus Porta Westfalica. Der neue Investor kommt aus Ostwestfalen Lippe, wurde 1921 gegründet und ist heute als Groß- und Einzelhändler im Handwerkerbedarf, sowie dem Baumarkt-Segment unterwegs. Ein strategischer Investor aus dem deutschen Mittelstand, der sich ein solches Investment sicherlich sehr gut überlegt und auch gerechnet hat. Solche Investoren tauchen in den letzten Jahren vermehrt auf dem Beteiligungsmarkt auf: Mittelstand, über Generationen solide entwickelt, strategische Direktinvestments in innovative Unternehmen mit verwanden Geschäftsmodellen und Branchen. Von solchen Investoren brauchen wir mehr in Deutschland.
Was der Eintritt eine strategischen Investors für die Exit-Perspektive des Investments heißt, müssen wir einmal abwarten. Der Trend geht sicherlich eher zu einer Ablösung der crowd mit einer nicht wirklich risiko- oder ventureadäquaten, aber sicher soliden Rendite.
Zur urbanara-Kursentwicklung haben die Entwicklungen allerdings nichts beigetragen, wir bewegen uns nach wie vor rund 30% unter Ausgabepreis. Ich denke, alle crowd-Investoren lassen ihren Anteil einfach einmal liegen.


Alle drei Entwicklungen sind keine Erfolgsgarantie eines jeden Einzelinvestments aus unserem crowd-Labor, aber wir können einfach einmal durchatmen, weiter beobachten und reifen lassen.


Mittwoch, 2. Dezember 2015

Wie sieht´s denn im crowd-Portfolio aus

#readfy
Regelmäßig bekommen die Investoren ein schlankes Reporting mit den wesentlichen Informationen. Es scheinen wohl auch interessierte Marktbegleiter in der crowd zu sein. Ein Thema, das sicherlich irgendwann auch mal einen eigenen blogpost wert ist. Ansonsten ist es still im readfy. Zu still? Aber warten wir mal die anstehende Investmentrunde ab, ob es sich das fügt. Aus Spaß habe ich gerade mal in die ursprüngliche Planung für die crowd-Finanzierung reingeschaut: 2015 wollte man mit € 3 Mio. Umsatz abschließen – Auch hier gilt: Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum.

#protonet
Wenn ein Quartalsbericht mit Worten wie „intensiv und spannend“ beginnt und auch aktuell „nachhaltiges Umsatzwachtum vorbereitet wird“ zeigt das mir, das Investment befindet sich in keinem leichten Wetter. Die Entwicklung der richtigen Partnerstrukturen als letztendlicher Schlüssel zu Umsätzen ist im Frühphasenbereich nicht leicht. Schon gar nicht ersetzen diese die eigenen unbedingt norwendigen massiven Verkaufsanstrengungen. protonet ist gefühlt das Unternehmen in meinem kleinen crowd-Labor mit den aktuell gerade größten Herausforderungen.

#urbanara
Was ich inhaltlich zumindest aus dem Web und dem Reporting erlebe ist eine solide Entwicklung - Schrittchen für Schrittchen. Sicherlich einmal anders angetreten und auch der crowd verkauft, aber manches Investment stehet nach zwei Jahren oftmals in schwierigerem Fahrwasser. Das der Kurs der Aktien im Plattformhandel von ursprünglich €10 auf aktuell um € 6,50 gefallen ist, zeigt vielleicht insgesamt den Trend zu oftmals zu hohen Einstiegsbewertungen. Und die sind in der crowd vielleicht einfacher durchzusetzen. Wie sich mir die aktuelle Unternehmenslage jedoch darstellt, spiegelt der ermittelte Preistrend jedoch nicht vollständig das Investment wider. Halbwegs erreichte Planungen, ein nicht unattraktives Marktsegment, Teamentwicklung in die richtige Richtung und auch durchgeführte Finanzierungsmaßnahmen rechtfertigen mit der VC-Brille nach zwei Jahren nicht unbedingt eine nahezu Bewertungshalbierung. Und wir wissen, das Bäume nicht in den Himmel wachsen, vielleicht fehlt der crowd der lange Atem.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Das Crowdfunding-Handbuch – Ideen gemeinsam finanzieren

Das Autorenteam um Ulrike Sterblich, Anna Theil, Tino Kreßner und Denis Bartelt stellt auf rund 250 Seiten und zum Preis von € 20.- das Thema Crowdfunding umfassend vor. Das neue Handbuch gibt gerade den Teams, die sich als Einstieg mit dem Thema Crowdfunding beschäftigen wollen, einen guten ersten Überblick.

Ein Blick in die Gliederung zeigt die Schwerpunkte der Veröffentlichung: Sie befasst sich mit allen relevanten Fragestellungen um die crowd vor, während und nach einer Kampagne. Zum Einstieg werden noch auf einigen Seiten die grundsätzlich unterschiedlichen Modellansätze und –Anlässe einer crowd-basierten Finanzierung aufbereitet. Durchgängig angereichert wird das ganze Buch mit verschiedenen Fallbeispielen und einigen Checklisten.

Mein Eindruck: Insgesamt ein handwerklich solide gemachtes Buch. Es gibt für den Einstieg in das crowd-Thema einen recht guten Überblick in das im Detail doch oftmals komplexe Thema. Gewünscht hätte ich mir eine detailliertere und kritischere Aufbereitung der unterschiedlichen Finanzierungsangebote und Möglichkeiten. Hier ist der Markt und mit seinen angebotenen Produkten doch komplexer und verändert sich stetig. Die Teams sollten sich gerade zum Einstieg tiefer mit der grundsätzlichen Eignung, Zielsetzung einer crowd-Finanzierung beschäftigen und sich dabei auch selber und das Geschäftsmodell auf Eignung hin hinterfragen. Gerade die Checklisten und Fallbeispiele könnten das Print-Produkt weiter mit Leben füllen und aus der Webseite zum Buch könnte eine interessante Print-Online-Kombination entstehen. So behält das sich schnell weiterentwickelnde crowd-Thema in der Dokumentation stetige Aktualität.


Donnerstag, 20. August 2015

Venture Loan – companisto bietet crowdbasierte Finanzierung für Wachstumsunternehmen

Vor einigen Jahren tauchten in der Szene die ersten Venture Loan-Anbieter speziell für VC-finanzierte Unternehmen auf. Meist kamen diese aus dem angelsächsischen Raum. Ein aus unserer Sicht durchaus sinnvolles Produkt versuchte, die Brücke zwischen klassischem Eigenkapital und einer Wachstumsfinanzierung etablierter Geschäftsmodelle zu schließen. Viele solcher realisierten Finanzierungen habe ich in der Vergangenheit noch nicht gesehen, war es in der Regel doch noch immer „zu früh“.

Jetzt bietet companisto ein ähnlich gelagertes Produkt der crowd an. Aus meiner Sicht ein sinnvoller Ansatz, der dazu führt, dem selbstbestimmten crowd-Investor eine weitere Möglichkeit für ein Investment zu bieten. Das Risikoprofil unterscheidet sich jedoch nur wirklich marginal von den anderen Finanzierungsprodukten der Plattformen. Jedes Investment und sei es noch so gering, ist Unternehmerkapital. Und damit steht man voll im Risiko.

Freitag, 31. Juli 2015

Und wie steht es so bei unseren Investments im crowd-Labor

In der Investorenkommunikation bei Protonet läuft es jetzt aus meiner Sicht. Man hinkt der ursprünglichen Planung ein Stück hinterher, aber gefühlt alles noch im Rahmen. Aber bitte nicht immer zu viel mit Produkt und Technologie beschäftigen. Den strategischen Kommunikationsschwenk von einer Hardware-Ausrichtung hin zu einer Kollaborationslösung ist sinnvoll und richtig.
Auch bei Protonet  steht eine Finanzierungsrunde an. Ein kapitalintensives Geschäftsmodell eben. Aber auch hier ist dann noch die notwendige Zwischenfinanzierung in Arbeit. Mit Begriffen wie pre round hört sich das dann auch gar nicht mehr so dramatisch an.

Readfy zeichnet sich ja durch ein recht schlankes Reporting aus. Interessant ist dabei der Hinweis, das man in der investierten crowd auch Marktbegleiter und strategische Investoren vermutet, die ein zu detaillierter Blick auf die Ist-Zahlen vielleicht eher verwirren könnte. Darum zeigen kurze und übersichtliche Berichte im Wesentlichen eine ordentliche Entwicklung der Plattformnutzung durch die Leser, wenn auch auf recht niedrigem Niveau. Die im Projekt bisher investierten Mittel sind ja auch eher überschaubar. Die (unbedingt notwendige) Finanzierungsrunde ist in Arbeit. Das wird am Finanzierungsmarkt aber nicht einfach, weil sich Readfy gerade zwischen einem unbedingt notwendigen nachhaltigen Nachweis des Proof of Concept und der geringen Reichweite der crowd Finanzierung befindet. Ich bin da mal Optimist, das bekommt man auch hin.

Bei Urbanara verläuft die Geschäftsentwicklung weitgehend nach Plan. Was aber besonders wichtig ist: Das Unternehmen schließt eine Finanzierungsrund über 5,4 Mio. € ab. Jetzt kennt der Erfolg natürlich viele Väter. Das ist aber egal. Wichtig ist, das die bestehenden Investoren gemeinsam mit einem neuen Investor an das Unternehmen glauben. Mal schauen, ob ich da etwas recherchiere und über die Finanzierung etwas detailliertere Informationen finde. Der aktuelle „Börsenkurs“ liegt rund 20% unter meinem Investment. Also zu teuer eingestiegen, zumindest für den Moment.

Also zusammengefasst: Alle Beteiligungen gibt es noch. Die in den verschiedenen Reportings berichteten Entwicklungen zeigen typische Merkmale einer Frühphasenfinanzierung: Produktanpassungen, Brückenfinanzierung oder nicht erreichte Planungen. Aber bisher im Labor nichts wirklich Dramatisches.

Samstag, 20. Juni 2015

Bergfürst und die Banklizenz

Wer hier im Blog ein wenig stöbert, erkennt schon in den ersten Beiträgen meine grundsätzlich positive Grundhaltung zum Bergfürst-Ansatz. Klar, einige Veränderungen in der Kommunikationsstrategie hat es gegeben: Crowdinvesting - Dann kamen Immobilen als neue Asset-Klasse hinzu - Es folgte der aus meinem persönlichen Empfinden her schräge Begriff des Neo-Investing als Markenbotschaft. Aber das ist nur ein Begriff. Eine Banklizenz ist nicht zu unterschätzen. In diesem Thema steckt richtig, richtig viel Arbeit verbunden mit hohen Kosten. Eigenverantwortliches Investieren und das direkt in reifere und innovative Unternehmen: das war für mich immer Kernbotschaft und Motivation zugleich. Das ganze dann noch auf Basis eines BAFIN-Regelwerkes einer Bank: ein klares Differenzierungsmerkmal auch gegenüber anderen Plattformen am Markt. Handelbare Anteile rundeten dann den Ansatz ab.

Leider kam Bergfürst mit den versprochenen Investmentchancen nicht wirklich in die Schuhe. Über lange Zeit mit Urbanara eine einzige Unternehmensbeteiligung im Angebot, gefolgt von einer Immobile in Hamburg und jetzt: Wir geben die BAFIN-Zulassung zurück. Diese Botschaft lässt aufhorchen. Klar, ein StartUp muss flexibel sein; auf Marktveränderungen reagieren und immer die Kosten- und Erlösstrukturen des Unternehmens im Blick haben. Wir als Investoren fordern das und Bergfürst hat nichts anderes gemacht: Kosten-/ Nutzenverhältnis analysieren und daraus ableiten, was das Geschäft beeinflusst und was der Markt möchte. Die BAFIN-Lizenz hat dann wohl die Messlatte zu hoch gelegt um ein modernes Finanzierungsinstrument zu entwickeln. Regulierung und Corporate-Governance sind halt immer die andere Seite der Medaille. Alles was mit BAFIN zu tun hat, ist auch noch teuer. Das können wir aus den eigenen Erfahrungen als kleiner Frühphaseninvestor mit einem inzwischen BAFIN-lizensierten Frühphasenfonds bestätigen. Meine Partner haben mir zur Sicherheit nicht einmal alle in diesem Prozess entstanden internen und externen Kosten genannt. Mit diesem Hintergrundwissen ist die Reaktion und Vorgehensweise von Bergfürst nachvollziehbar. Kosten, regulierte Prozesse und Reporting können kleine Unternehmen oftmals nicht wirklich (wirtschaftlich) leisten.
Die neu angebotenen Beteiligungen über Bergfürst sind dann inzwischen über ein klassisches paritätisches Darlehen abgebildet. Grundsätzlich ok. Bei der Beteiligung Urbanara konnte man quasi in Echtzeit die Konsequenzen miterleben, welche die Anforderung an eine öffentlich angebotene Direktbeteiligung in Verbindung mit der Regulierung entstehen. Die durchgeführten Hauptversammlungen zeigten, wie die eigentliche Beteiligungsstruktur passend gemacht wurde.
Inzwischen wurde auch die Mindestinvestmenthöhe bei Bergfürst auf nur 10 Euro gesenkt. Aus meiner Sicht entbehrlich. Aber jetzt gilt es, die vorerst letzte Chance von Bergfürst zu nutzen: Wir wollen solide Investmentprojekte sehen.


Ergänzung und Ausblick vom 02.09.2015:

Inzwischen sind ja zwei weitere Investments auf Bergfürst möglich: die Uhrenmarke C.H. Wolf und Geile Weine. Beide Themen sind meiner Meinung nach wirklich Geschmacksache. Die Investments laufen von Außen betrachtet auch eher schleppend. Aus meiner Sicht heißt es jetzt für die Plattform um so mehr, Gas geben und wirklich kurz- und mittelfristig solide Projekte zeigen!

Montag, 15. Juni 2015

EBS oder sind prominente Mitinvestoren ein Gütesiegel

EBS ist ein Medizintechnik-Investment auf companisto mit bereits beeindruckender Investmenthistorie: Nach dem Start in 2007 wurden bis zur aktuellen crowd-Kampangne über 8 Mio. € eingesammelt. Und das von Investoren mit Rang und Namen: HTGF, ILB und Earlybird. Und jetzt kann die crowd zu einer Pre-Money von 6,8 Mio. € mit in das Boot steigen.

Und im Endspurt der Kampangne, die nach meinem Geschmack doch etwas zu zäh verlief, investieren zwei in der Szene recht bekannte Business Angel. So wurde in Summe rund 260.000 € durch die crowd mobilisiert. Das anvisierte (aus meiner Sicht niedrige) Investment-Maximum ist nicht erreicht.

Bei EBS frage ich mich, wie passt die Investmenthistorie und das geringe crowdinvestment zusammen? Wurde so vielleicht die oftmals notwendige Handbreit-Wasser unter dem Kiel oder dem Investment eingesammelt. Aus unserer Investmenterfahrung ein nicht untypischer Investmentanlass. Oder nutzen wir hier die crowd-Finanzierung als Marketing-Ansatz, um das Thema, das Produkt oder die Lösung bekannter zu machen. Macht bei dem EBS-Produkt wirklich Sinn.

Und noch eine spannende Frage läßt sich mit dem Investment verbinden: Sind „große Namen“ als Investoren ein Stück mehr Erfolgsgarantie? Auch hier hat der Markt schnell wieder einen Trendbegriff: curated crowdfunding. Das Investieren gemeinsam mit Investmentprofis. Und diese Karte wurde bei EBS gespielt.
Wir wollen uns von großen Namen erst einmal nicht irritieren lassen. Sicherlich bekommt die crowd durch prominente Mitinvestoren und deren Prozesse und Strukturen ein ganzes Stück mehr Sicherheit in ein Investment. Aber wir sind trotzdem in der höchsten Risikoklasse für ein Investment bis hin zum Totalausfall.

Wir beobachten einfach einmal die Entwicklung, bei EBS, aber auch am Markt. Einige Plattformen, wie venturate oder fundernation setzen auf diesen Professionalisierungstrend.

Donnerstag, 16. April 2015

Crowd gibt nicht nur Geld oder Schwarmintelligenz mal anders herum

Heute kam dann mal eine Mail an den einzelnen Protonet-Investor. Angekündigt wurde es ja schon auf der Hauptversammlung im Februar: Die Investoren, deren Wissen und Meinung soll enger in das Projekt und die Unternehmensentwicklung eingebunden werden. Man bittet zum 15 Minuten Telefonat.

Warum nicht: Unter den rund 1.800 Investoren wird sicherlich einiges an Meinung und Wissen vorhanden sein. Nicht alles und jedes wird für die weitere Entwicklung Sinn machen, einiges wird auch vielleicht weit weg von einer Unternehmensrealität sein.
Aber: die Crowd hat sicherlich Einiges zu bieten und auch zu sagen. Ein Perspektivwechsel tut einem Management immer gut. Ideen und Ansätze sammeln, austauschen und wie es Neudeutsch heißt: challangen.

Also ein guter Ansatz! Aus meiner Sicht nutzen die crowd-finanzierten Unternehmen viel zu wenig oder nicht nachhaltig genug die attraktive Investorenbasis. Hier einfach mal auch mehr einfordern und fragen! Und das nachhaltig. Und nicht nur die Investmenteuphorie zu Beginn des Investment und den Beta-Test nutzen.

Dienstag, 14. April 2015

Ein wichtiger Schritt für selbstbestimmte Investments in unterschiedliche Anlagen

Die Crowd will selbstbestimmt in verschiedene Anlageprodukte investieren. Dazu gehört natürlich primär eine klassische Unternehmensbeteiligung. Aber warum soll man bei anderen „Produkten“ nicht auch selbstbestimmt und direkt investieren. Immobilen sind da so ein Thema, wir haben das hier um Tagebuch ja auch schon angesprochen.

Beeindruckend ist der Abschluß der aktuellen Companisto-Crowdinvesting-Kampangne: Gut ein dreiviertel Jahr nach dem ersten Angebot wurden für das Immobilieninvesting WEISSENHAUS insgesamt 7,5 Mio. € (in Worten siebenkommafünfmillionen) eingesammelt. Durchschnittlich 4.500 € investierten die 1.679 Einzelinvestoren. Europarekord! Herzlichen Glückwunsch and das Companisto-Team.

Die Suche nach dem sicheren Hafen? Ungefähr drei mal so viel wie ein durchschnittliches Crowdinvestment in einer „erwachsenen“ Unternehmensfinanzierung der Crowd. Meiner Meinung nach ein weiterer Nachweis und ein wichtiger Puzzelstein in der Etablierung eines neuen Finanzproduktes.

Ich bin zwar in WEISSENHAUS nicht persönlich investiert, aber ich kenne jemanden    ;-) Damit sind wir nah dran ...

Die PEF-Roundtable crowd-Initiative.

Die crowd: Begriff und Ansatz werden in unserer Branche sehr differenziert diskutiert. Das reicht von einer vollständigen Ablehnung bis hin zu euphorischen Diskussionen. Blenden wir die Ignoranten einmal aus, es ist doch ein hohes Interesse an diesen „neumodischen“ Investmentansätzen zu spüren: bei Investoren jeglicher Couleur, professionellen Business Angeln, aber insbesondere auch bei den Start-ups, verbindet man doch mit der crowd endlich den lang ersehnten Investor für das eigene Projekt. Vieles gut gemeint, aber noch schlecht gemacht und auch schon die eine oder andere dicke Enttäuschung, bspw. eine Insolvenz kurz nach Abschluss einer Crowd-Kampagne zeigt mir, das auch das Produkt Crowd dem typischen Zyklus innovativer Technologien unterliegt: Steiler Anstieg, starke Ernüchterung und erst dann solides Wachstum.

Die crowd Diskussion hat das Private Equity Forum NRW e.V. dazu bewogen, am 19. März einen ersten Roundtable zum Thema „Crowdinvesting“ in Düsseldorf zu initiieren. Mit dabei sind wichtigen Akteure aus ganz Deutschland: Plattformen, private und öffentliche Investoren, Privatinvestoren, Start-Ups.

Erkenntnisse, Ergebnisse und wichtige Informationen werden hier vom VC-Magazin gut zusammengefasst ...

Und?

Es geht weiter: Wegen des hohen Interesses plant das Private Equity Forum NRW angesichts die Erkenntnisse und Ideen aus dieser ersten Veranstaltung nochmals aufzugreifen und in den kommenden Monaten weiter zu vertiefen. Unsere nächsten Schritte zur festen Etablierung des Roundtables: Bis zum Sommer sollen die Vertreter der Start-ups enger in die Diskussion eingebunden werden. Wo sehen diese den Bedarf im gemeinsamen Zusammenspiel von Crowdfunding und klassischen Investoren? Einen zweiten gemeinsamen Roundtable des Private Equity Forum NRW wird es danach in der zweiten Jahreshälfte geben.

#staytuned #investingwiththecrowd #pefrtcrowd

Freitag, 27. Februar 2015

Eine Wasserstandsmeldung zwischendurch

Nachricht von urbanara: Gut im neuen Jahr angekommen, sowohl im abgeschlossenen Weihnachtsgeschäft, als auch im traditionell eher ruhigen Monat Januar. Die Planung wurde übertroffen. Aber die Kursentwicklung spiegelt das nicht wieder. Die urbanara-Aktie steht eher am unteren Rand der bisherigen Kursentwicklung bei aktuell um 8,00 Euro. Dem steht der Ausgabekurs von 10,00 Euro aus November 2013 gegenüber. Der Dax liegt im vergleichbaren Zeitraum um ca. 25% höher. Bei der Plattform haben natürlich die gehandelten geringen Volumina eine gewisse Auswirkung, crowd-Investments brauchen halt einen langen Atem.

Dann will ich noch mal kurz auf die Kommunikation und die Berichterstattung meiner anderen Investments schauen. (Pro-)Aktive Kommunikation zu Investoren (aller Art) ist wichtig:

Bei Readfy auf companisto sind die neusten updates für die Investoren aus Februar. Wurde auch Zeit seit November. Gefühlt kommen wir bei Readfy jetzt in eine nicht einfache Situation: Die Zahlen, die seit launch erreicht wurden, sind prima, aber ob die Kennzahlen nachhaltig solide sind und auch nachweißlich weiter wachsen, dazu sind wir noch nicht lang genug am Markt. Auf der anderen Seite hat die crowd-Finanzierung nicht wirklich Reichweite geschaffen um diese Nachweise für "den traction suchenden Investor" zu überzeugen. Darum ist die vorgenommene Kostenreduzierung richtig. Aber mal schauen, vielleicht rufe ich mal bei Readfy an.

Und bei protonet? Hier ist das letzte Investorenupdate von Ende Februar. Kurz und knapp, aber aus meiner Sicht alle notwendigen Informationen enthalten. Die protonet-Server gibt es jetzt auch bei gravis, da wir es jetzt keine Stückzahlen hageln, ich finde aber so einen Vertriebskanal für die generelle Akzeptanz wichtig. Vielleicht schaue ich bei protonet auf der CeBit vorbei. Mal sehen.

Dienstag, 20. Januar 2015

Kooperationen and more

Kooperationen: Ein wichtiges Stichwort gerade in Verbindung mit den crowdinvesting-Entwicklungen am Markt. Aus meiner Sicht unverzichtbar, wenn es mit der crowd weiter gehen soll und sich so die Investmentlösungen am Markt der Frühphasenfinanzierung enger verzahnen.

Da passt natürlich die aktuelle Meldung: Die Plattform Companisto kooperiert mit dem ProSiebenSat.1-Accelerator. Hohe Ziele werden mit der Kooperation kommuniziert: Es gilt "den Standort Deutschland für die Gründerszene zu stärken und Strukturen zu etablieren, unter denen künftiges Innovationspotenzial begünstigt wird". In unserer altruistisch getriebenen Branche geht es aber im Wesentlichen um´s Geld verdienen! Und gleich werden auch die ersten beiden Start-Up´s als Investmentkampagne angekündigt: Es geht um Kunst und Schuhe ...

Machen solchen Kooperationen Sinn? Unbedingt, insgesamt müssen sich die Akteure am Markt viel besser aufeinander einlassen und in gemeinsamen Strategien abstimmen und da sind die Verträge zur Ausgestaltung einer Beteiligung nur ein kleiner Teil. Und Kooperation gilt nicht nur zwischen Inkubator und investment-Plattform, oftmals haben es ja gerade Start-Up´s aus Inkubatoren nicht gerade einfach im Thema der Folgefinanzierung. Es gilt auch für institutionelle und öffentliche Investoren oder beispielsweise auch oder gerade für Business Angels.

Und sonst: Das Immobilien-Investment Waisenhaus läuft und läuft und läuft, inzwischen die 6 Mio. Euro deutlich überschritten. Das Technologieinvestment EN3 ist jetzt auch bei über 500T Euro angekommen und die die 3D-Kamera panono hat auch schon die 1 Mio. Euro überschritten. Wenn in einer crowd-Kampangne erst einmal eine gewisse Dynamik entsteht, funktioniert es auch. Es gibt aber noch weit mehr Ansätze, die nicht soweit kommen. Kapital ist eben ein scheues Reh und geht lieber mit dem Rudel.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Da muß man sich aber ganz schön anstrengen

Anfang dieser Woche ging dann die Nachricht über die News-Kanäle: Vibewrite ist insolvent! Wurden doch Ende September DIESEN Jahres noch rd. 560T Euro über eine Seedmatch-Kampangne eingenommen, bekommen nun 551 Crowd-Investoren ein nettes Geschenk unter den Tannenbaum gelegt. Glückwunsch zu einer der aktuell größten deutschen Crowd-Pleiten.

Wo ist denn das Geld geblieben? Da hat sich das Vibewrite-Team aber ganz schön angestrengt. Aussagegemäß hat eine Krankenkasse wegen ausstehender Beiträge die Insolvenz ausgelöst - das passt vorn und hinten nicht. Bis eine Krankenkasse einen solchen Schritt unternimmt, gibt es sicherlich eine Vorgeschichte und auch die ausstehenden Beiträge "für einen Mitarbeiter" sind sicherlich aus einer Crowd-Finanzierung darstellbar. Blättert man im Netz ein wenig in den Kommentierungen und Stellungnahmen zum Thema, kommen massive Kommunikationsmängel, technische Verzögerungen und einiges mehr zusammen. Fast 600T Euro müssen aber durch schon bestehende Verbindlichkeiten vor oder während der Crowd-Finanzierung aufgefressen worden sein, hinzu kam vielleicht eine unüberlegte große technische Entwicklung, die versuchte, einen massiven Entwicklungsverzug wieder einzuholen. Der in einer Diskussion herangezogene Audi A7 wird wohl nicht zur Insolvenz beigetragen haben. Vielleicht aber eher der Marketingaufwand und Reisekosten (ich erinnere mich noch gut an die FB-Fotos aus dem Reisebericht USA).

Sehr, sehr schade, das so etwas passiert! Insolvenzen sind im Frühphasengeschäft nicht zu vermeiden, Unternehmen können an Technik und Märkten scheitern, aber nicht so schnell! Um so wichtiger ist, das sich die Plattformen solide mit dem Geschäftsansatz, dem Businessplan, Märkten und Technik und dem aktuellen Status Quo im Projekt beschäftigen, BEVOR man ein Funding auf die Plattform nimmt. Hier ist eine weitere Professionalisierung unbedingt nötig! Und darin werden sich die langfristig erfolgreichen Plattformen differenzieren.

Ach ja: Das Exit-Angebot an die companisten der Crowd-Plattform Companisto wurde doch recht deutlich abgelehnt, insofern sind die Crowd-Investoren meinem Rat aus Mitte November gefolgt ;-)


Donnerstag, 13. November 2014

Anmerkungen zum Kleinanlegerschutzgesetz

Ganz ohne eine Kommentierung zum verabschiedeten Entwurfs des Kleinanlegerschutzgesetzes  komme ich dann in meinem Blog zum Crowd-Investing doch nicht herum ...

Grundsätzlich halte ich es für sinnvoll, ja sogar wünschenswert, dass Verbesserungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen zu mehr Transparenz und Anlegerschutz insbesondere auf dem sogenannten grauen Kapitalmarkt führen. Der aktuelle Entwurf zeigt aus meiner Sicht aber wieder deutlich, wie groß die Lücke zwischen Praxis und Politik ist. Dazu einfach ein paar Anmerkungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder gar juristisch tiefer Würdigung:

Bei der Prospektpflicht bin ich hin und her gerissen: Aus meiner Sicht ist das Prospektthema ein sinnvolles Instrument, um das Thema crowd-Finanzierung weiter zu professionalisieren. Dabei sind mir  aber zwei Aspekte wichtig: Zum Einen müssen Umfang und Inhalt einer Prospektpflicht auch im Verhältnis zum crowd-Ansatz und dem eingeworbenen Volumen stehen. Wir sprechen ja nicht über einen Telekom-Börsengang, auch wenn dieser ja kein sonderlich erfolgreiches crowd-Investing war. Daneben ist auch die geregelte Investmenthöhe ein wichtiger Aspekt in Verbindung mit der Prospektpflicht: Die europäische Regelungsgrenze liegt mit 5 Mio. Euro ein ganzes Stück höher als es der deutsche Ansatz mit 1 Mio. Euro vorsieht. Um das crowd-Thema weiter zu etablieren und auch auf das Marktversagen der Frühphasenfinanzierung zu reagieren, ist aus meiner Sicht die Grenze von 1 Mio. Euro deutlich zu niedrig angesetzt und es zeigt mir, wie weit die Architekten der Entwürfe von den Themen Unternehmensentwicklung und Wachstumstrategien entfernt sind. Dies bestätigt dann auch noch eindrucksvoll die ausdrückliche Ausnahme der Prospektpflicht für paritätische Darlehen und Nachrangdarlehen.

So richtig daneben gegriffen, haben dann die Macher beim Investmentengagement der Investoren: Es werden nur Einzelinvestoren von bis zu 1.000 Euro und einer Obergrenze von 10.000 Euro auf Basis von Vermögensnachweisen zugelassen. Diese Grenzen gelten auch noch, wenn das Gesamtvermögen 100.000 Euro übersteigt. Daran zeigt sich, dass oftmals gar nicht klar ist, wer eigentlich die interessante Zielgruppe für crowd-Investments sind. Das Thema Bevormundung will ich jetzt nicht wieder bemühen. Es ist wichtig, dass die crowd verantwortlich mit dem Thema „Verhältnis crowd-(Hochrisiko)Investment zu Gesamtvermögen“ umgeht. Die genannten Grenzen halte ich aus der Praxis jedoch für wenig sinnvoll. Wir müssen nicht versuchen, das Thema durch zu engen Grenzen zu beherrschen. Viel wichtiger ist insgesamt ein gesellschaftlicher Senibilisierungsprozess für die Themen Unternehmertum, Innovation und  das Chancen-/Risiko-Profil von Frühphaseninvestments.

Als ein drittes Anzeichen, wie weit entscheidende Leute trotz aller Bekenntnisse noch vom digitalen Zeitalter entfernt sind, zeigen bürokratische Ansätze im Entwurf, welche beispielsweise das manuelle Unterschreiben eines Vermögen-Anlage-Informationsblattes (aus meiner Sicht auch sehr gut durch einen intelligenten digitalen Authentifizierungsdialog darstellbar) oder auch Werbeeinschränkungen für crowdfunding-Projekte in den Online-Kanälen. Ausnahmen für Werbemaßnahmen werden dann nur für  Print-Produkte definiert. Die crowd-Zielgruppe hält sich aber in diesen sehr stark rückläufigen Medien nahezu nicht mehr auf und wir wollen ja auch keine „Volksaktien“ vertreiben. Also Thema verfehlt ….

An diesen drei Bereichen sieht man aus meiner Sicht recht deutlich, dass zum Anlegerschutz auch Professionalisierung und Eigenverantwortung hinzukommen müssen und dazu gehört einfach eine breite Aufklärung über die Chancen, aber auch die erheblichen Risiken und Herausforderungen von Frühphaseninvestments, ohne die Innovationen nicht möglich sind. Und das Zusammenspiel zwischen Rendite und Risiko geht immer Hand in Hand: beim Sparbuch, der Telekom-Aktie, aber auch beim crowd-Investment.


Wer das ganze Thema jetzt auch sachlicher, ausführlicher und juristisch exakter durchdringen möchte, den verweise ich gern auf die beiden Ausführungen von Lea Maria Siering und ihren Kollegen von TaylorWessing

Mittwoch, 12. November 2014

Nachrichten aus dem Laborumfeld

companisto kündigt einen Exit an - zumindest die Möglichkeit für die ursprünglichen companisten der Plattform selber - und das wird jetzt  crowd-intern diskutiert. Aus meiner Sicht ist mit einer solchen Exitmöglichkeit ein wichtiges Ziel erreicht: nicht nur für die Plattform-companisten selber, sondern auch insgesamt für das Thema crowd-investing. Auch wenn unser erster Fondinvestor uns „Haben ist besser als Kriegen“ gelehrt hat, ich würde mit dem Exit noch warten. Eine Bewertung von 4 Mio. Euro ist aus meiner Sicht für den aktuellen Status  eher am unteren Rand – aber mal sehen was die Schwarmintelligenz der companisten letztendlich bis Mitte Dezember dazu entscheidet.

Ach ja, das zweite Bergfürst-Investment, das schon hier angekündigte Middendorf-Haus läuft und nach ca. einer Woche sind schon etwas mehr als 40% des Zielvolumens von 1 Mio. Euro erreicht. Denke, dieser Testballon wird abheben.

Donnerstag, 6. November 2014

Heute dann mal Einiges im Posteingang

Als erstes finde ich heute im Posteingang ein Investoren-Update von companisto zu readfy: Aus meiner Sicht eher ein inhaltlicher, qualitativer Bericht. Der  Zahlenteil, welcher aus meiner Sicht auch zu jedem ordentlichen Update gehört, ist doch sehr dünn. Ich wünsche mir die regelmäßige Information zu geschäftsrelevanten KPI´s, aber dazu gibt es auch schon Diskussionen im Blog. Dann auch noch der Hinweis zu einer geplanten Finanzierungsrunde Anfang nächsten Jahres. Ich denke das ist bei dem Thema auch realistisch! Wichtig wäre, dass das Projekt zumindest auch einen ersten Nachweis von messbarer Kundentraktion zeigt!

Seedmatch und protonet will jetzt heute in der Investorenkommunikation auch nicht nachstehen: Quartalsreporting und ein Save-The-Date für einen Investorentag im neuen Jahr, gute Idee und Ansatz. Insgesamt wünsche ich mir für crowd-Investments, eine proaktive, offene Investorenkommunikation. Der Quartalsbericht mit dem ersten Distributor in der Schweiz und ca. 30 pro Tag ausgelieferten Servern wird im Blog sehr positiv diskutiert.

Und dann heute noch ein Jahresresümee von URBANARA: den Ansatz find´ ich gut, gerade die Kommunikation von URBANARA könnte aus meiner Sicht im Vergleich zu readfy und protonet proaktiver und häufiger erfolgen! Investoren sind ja einfach, kommuniziert einfach mehr und das mit den besten Grüßen nach Berlin!

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Finanzierungsrunde bei URBANARA

Bergfürst meldet: Die notwendige Finanzierungsrunde ist mit einem Mix aus Eigen- und Fremdkapital abgeschlossen. Die Mittel werden dabei durch Alt- und Neuinvestoren sowie Banken zur Verfügung gestellt – soweit zumindest die Meldung.
Sie zeigt aus meiner Sicht die typischen Herausforderungen, mit denen wir uns als Frühphaseninvestoren in unserem schwierigen Marktumfeld ständig auseinandersetzen müssen. Die Lücke zwischen Seed- oder A-Rundeninvestment und der anschließende Wachstumsfinanzierung ist groß und auch crowd-finanzierte Unternehmen haben diese zu meistern. Und da sind oft Kompromisse nötig: Altinvestoren müssen maßgeblich mit investieren, Brückenfinanzierungen in Darlehensform oder Banken sind ein Teil der Gesamtfinanzierung (was zumindest bei einem Geschäftsmodell wie bei URBANARA noch möglich ist). Obwohl wir uns in der Frühphase echtes Eigenkapital wünschen, sind auch die Finanzierungsreichweiten oftmals auch nicht wirklich in der Komfortzone. Anmerkung zu URBANARA: Reichweite bis Mitte nächsten Jahres und auch spannend ist der (notwendige) Beitrag des hoffentlich starken Weihnachtsgeschäftes dazu.  Aber das Unternehmen strebt ja gemäß Quartalsbericht zum Jahresende die Profitabilität an. Also aus meiner Sicht „Im Westen nichts Neues ...“ – vereinzelte Blogger zu dem Thema schreiben schon über ihre kalten Füße.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Im Westen nichts Neues

Die Zeit vergeht, schon Mitte Oktober und der letzte Eintrag im Tagebuch ist von Ende August?  Gibt es denn nicht Neues aus dem Crowdinvesting-Labor zu berichten? Schauen wir einmal in den Bestand:

Auf Bergfürst ist der Kurs unserer Urbanara-Aktie auf aktuell 8,60 € gefallen. 14% Verlust gegenüber Einstandskurs vor rund einem Jahr werde ich meiner Frau wohl noch erklären können. Im November jährt sich das Crowd-Investment. Seed-Investments sind, auch wenn sie auf Aktien basieren, nicht wirklich vergleichbar. Der DAX liegt trotz Zwischenhoch bei 10.000 auch nur rund 200 Punkte höher als vor einem Jahr. Inhaltlich wirklich Neues gibt es bei Urbanara nicht zu berichten: Gut, eine Info, daß der Mietvertrag des Stores im Bikini in Berlin verlängert wurde. Alles braucht halt seine Zeit. Warten wir mal den nächsten Quartalsbericht ab. Irgendwie war doch auch bei Urbanara eine Finanzierungsrunde notwendig und auf der HV auch avisiert, zumindest gute Gespräche ...

Und wie sieht es bei readfy aus? Die neue App ist inzwischen verfügbar und natürlich auch auf meinem ipad installiert. Das von mir gesuchte Angebot ist aktuell jedoch noch eher mager. Anbieter, wie Amazon sind da potenziell doch noch eine andere Liga – kostenlos hin oder her. readfy ist inzwischen auf allen relevanten Plattformen und damit Stores verfügbar und zeigt beim download ranking inzwischen gute bis sehr gute Platzierungen. Auch die mediale Präsenz auf spiegel.de, heise, computerbild und Co geht damit einher. Mal schauen, wie sich das dann mittel- bis langfristig in der Monetarisierung abbildet. Auch ja, einen Wechsel in der Geschäftsführung hat es auch gegeben - wie ein anderer Tagebucheintrag ja schon beschreibt: es wächst um die Gründer herum - zumindest eine erste kurze eigene Recherche zeigt, das Miriam Behmer zu readfy passt. Geben wir einfach mal die obligatorischen ersten 100 Tage.

Und auch zum Investment protonet nicht wirklich was Neues: erste Server ausgeliefert, neue Betriebssystem-Version verfügbar, erste Lieferungen aus dem Shop noch vor Weihnachten und einige Pressemitteilungen und -berichte. Auch bei protonet freu´ ich mich schon auf den nächsten Quartalsbericht.

Neben den drei konkreten Investments dann hier für mein Tagebuch noch ein kleiner Blick auf den Markt. Aus meiner Sicht finden wir in den letzten Wochen ein paar interessante Entwicklungen:

Anfang Oktober gab companisto dann die erste crowd-Kampangne für ein "Technologie-Start Up" bekannt. Wir, als klassisch institutioneller Investor haben am Markt in den letzten Monaten immer schon mal mitbekommen, daß sich die verschiedenen Crowd-Plattformen auch B2B-Geschäftsmodelle und Technologie-Start Up´s mit anspruchsvollen Anwendungen anschauen. companisto machte da zur Ankündigung ein kurzes Geheimnis daraus. Schließlich war es raus: Das Unternehmen EN3 entwickelt ein System zur CO2-freien Stromerzeugung aus ungenutzter Rest- und Abwärme. Das Funding von Start Up´s auf dem Energiesektor ist aktuell sehr schwierig - ich will aus unserer Erfahrung sogar so weit gehen, daß dies aktuell in Deutschland nahezu unmöglich ist. Da erscheint mir die companisto-Kampangne wie ein Testballon. Das Energiethema und Nachhaltigkeit ist einer crowd sicherlich zu verkaufen, ob wir allerdings bei EN3 die funding-Schwelle von 250T € spürbar überschreiten? Ich bin da eher skeptisch. Für die Plattform steht der PoC sicherlich im Vordergrund.

Und dann gab es ja da noch die Entwicklungen von Crowd-Immobilieninvestments: companisto mit der Kampagne WEISSENSEE hat aktuell die 4,8 Mio € schon überschritten. Die angepeilten 5 Mio € rücken damit in greifbare Nähe. Der einzelne companist investierte durchschnittlich ca. 4.500 € in das Immobilien-Angebot. Aus meiner Sicht für die aktuell größte crowd investing Kampagne in Europa ein toller Erfolg. Bergfürst braucht für die Kampagnen da gefühlt immer etwas länger. Das Warten auf das Middendorf-Haus hat hoffentlich etwas mit Qualität zu tun, aber der angekündigte Termin „September/Oktober 2014“ ist ja quasi Jetzt. Ich bin gespannt!

Sonst noch interessante Entwicklungen am Seed-Investmentmarkt? Aus vielen Gesprächen nehme ich mit, daß wir das Thema crowd ernst nehmen sollten! Dies spiegelt mein persönlicher Austausch sowohl mit institutionellen Frühphasen-Investoren, aber auch dem einen oder anderen professionellen Business Angel. Wir müssen uns überlegen, wie wir die crowd insgesamt in unsere Finanzierungsstrategien einbinden.

Soweit für heute. Bis bald und zum nächsten Tagebuch-Eintrag zur Quartalsberichtssaison - wenn uns keine Ad Hoc-Meldung dazwischen kommt.

Mittwoch, 27. August 2014

Insolvenz eines über companisto finanzierten Unternehmens

Heute ging es dann über den Ticker: Insolvenz von Sommelier Privé. Erst Ende letzten Jahres wurden 300.000 € von über 700 Investoren eingesammelt. Diese haben dann heute durchschnittlich rund 450 € verloren. Mit dem Investment hat man sicherlich eine andere Finanzierungsreichweite verbunden als acht Monate.
An mir ist die Insolvenz vorbei gegangen. Das insolvente Unternehmen ist ja nicht Teil meines crowd-Labors. Warum trotzdem ein Eintrag im Tagebuch: Mit den crowd-Investments und der jeweiligen Plattform ist man mit seinem investierten Kapital eben immer in einer frühen Unternehmensphase! Das heißt: höchste Risikoklasse. Als institutioneller Investor kann man in der Frühphase mit mindestens 30% Totalausfall rechnen, rd. 20% der Investments bringen nur die wirkliche Rendite. Und das ist nur Statistik.
Die Insolvenz von Sommelier Privé also ein ganz normaler Vorgang im Frühphasengeschäft und damit eben auch für die crowd. Mit der Insolvenz heute, den schon zurückliegenden Insolvenzen wie beispielsweise sportrade, betandsleep, bluepatent, tamponsforyou oder foodiesquare wird sich die Erfahrungskurve von crowd-Investoren fortschreiben - mal schauen wie die crowd damit umgeht.

Montag, 25. August 2014

In eigener Sache

Vielen Dank für die vielen Ansprachen, Meinungen und Hinweise, die mich bisher auf den verschiedenen Kanälen zu diesem Tagebuch erreicht haben. Auch Dank für das eine oder andere persönliche Gespräch dazu oder die ersten postings. Es zeigt, das es ein generelles Interesse an dem Thema crowd-investing gibt!

Sicherlich bietet die Vielzahl der unterschiedlichen Geschäftsmodelle, welche ein crowd-funding suchen, Diskussionspotenzial über Sinn und oder weniger Sinn, über Potenziale und Renditeerwartungen. Aber in diesen Finanzierungsansätzen drückt sich so auch ein ganzes Stück zunehmende Individualiät und Selbstbestimmtheit, aber auch -verantwortung aus.

Im aktuellen VC-Magazin, welches Ende August kommt, gibt es übrigens einen "crowd-Schwerpunkt" und auch einen Betrag von mir dazu. Stay tuned!