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Donnerstag, 29. Oktober 2015

Das Crowdfunding-Handbuch – Ideen gemeinsam finanzieren

Das Autorenteam um Ulrike Sterblich, Anna Theil, Tino Kreßner und Denis Bartelt stellt auf rund 250 Seiten und zum Preis von € 20.- das Thema Crowdfunding umfassend vor. Das neue Handbuch gibt gerade den Teams, die sich als Einstieg mit dem Thema Crowdfunding beschäftigen wollen, einen guten ersten Überblick.

Ein Blick in die Gliederung zeigt die Schwerpunkte der Veröffentlichung: Sie befasst sich mit allen relevanten Fragestellungen um die crowd vor, während und nach einer Kampagne. Zum Einstieg werden noch auf einigen Seiten die grundsätzlich unterschiedlichen Modellansätze und –Anlässe einer crowd-basierten Finanzierung aufbereitet. Durchgängig angereichert wird das ganze Buch mit verschiedenen Fallbeispielen und einigen Checklisten.

Mein Eindruck: Insgesamt ein handwerklich solide gemachtes Buch. Es gibt für den Einstieg in das crowd-Thema einen recht guten Überblick in das im Detail doch oftmals komplexe Thema. Gewünscht hätte ich mir eine detailliertere und kritischere Aufbereitung der unterschiedlichen Finanzierungsangebote und Möglichkeiten. Hier ist der Markt und mit seinen angebotenen Produkten doch komplexer und verändert sich stetig. Die Teams sollten sich gerade zum Einstieg tiefer mit der grundsätzlichen Eignung, Zielsetzung einer crowd-Finanzierung beschäftigen und sich dabei auch selber und das Geschäftsmodell auf Eignung hin hinterfragen. Gerade die Checklisten und Fallbeispiele könnten das Print-Produkt weiter mit Leben füllen und aus der Webseite zum Buch könnte eine interessante Print-Online-Kombination entstehen. So behält das sich schnell weiterentwickelnde crowd-Thema in der Dokumentation stetige Aktualität.


Donnerstag, 20. August 2015

Venture Loan – companisto bietet crowdbasierte Finanzierung für Wachstumsunternehmen

Vor einigen Jahren tauchten in der Szene die ersten Venture Loan-Anbieter speziell für VC-finanzierte Unternehmen auf. Meist kamen diese aus dem angelsächsischen Raum. Ein aus unserer Sicht durchaus sinnvolles Produkt versuchte, die Brücke zwischen klassischem Eigenkapital und einer Wachstumsfinanzierung etablierter Geschäftsmodelle zu schließen. Viele solcher realisierten Finanzierungen habe ich in der Vergangenheit noch nicht gesehen, war es in der Regel doch noch immer „zu früh“.

Jetzt bietet companisto ein ähnlich gelagertes Produkt der crowd an. Aus meiner Sicht ein sinnvoller Ansatz, der dazu führt, dem selbstbestimmten crowd-Investor eine weitere Möglichkeit für ein Investment zu bieten. Das Risikoprofil unterscheidet sich jedoch nur wirklich marginal von den anderen Finanzierungsprodukten der Plattformen. Jedes Investment und sei es noch so gering, ist Unternehmerkapital. Und damit steht man voll im Risiko.

Freitag, 31. Juli 2015

Und wie steht es so bei unseren Investments im crowd-Labor

In der Investorenkommunikation bei Protonet läuft es jetzt aus meiner Sicht. Man hinkt der ursprünglichen Planung ein Stück hinterher, aber gefühlt alles noch im Rahmen. Aber bitte nicht immer zu viel mit Produkt und Technologie beschäftigen. Den strategischen Kommunikationsschwenk von einer Hardware-Ausrichtung hin zu einer Kollaborationslösung ist sinnvoll und richtig.
Auch bei Protonet  steht eine Finanzierungsrunde an. Ein kapitalintensives Geschäftsmodell eben. Aber auch hier ist dann noch die notwendige Zwischenfinanzierung in Arbeit. Mit Begriffen wie pre round hört sich das dann auch gar nicht mehr so dramatisch an.

Readfy zeichnet sich ja durch ein recht schlankes Reporting aus. Interessant ist dabei der Hinweis, das man in der investierten crowd auch Marktbegleiter und strategische Investoren vermutet, die ein zu detaillierter Blick auf die Ist-Zahlen vielleicht eher verwirren könnte. Darum zeigen kurze und übersichtliche Berichte im Wesentlichen eine ordentliche Entwicklung der Plattformnutzung durch die Leser, wenn auch auf recht niedrigem Niveau. Die im Projekt bisher investierten Mittel sind ja auch eher überschaubar. Die (unbedingt notwendige) Finanzierungsrunde ist in Arbeit. Das wird am Finanzierungsmarkt aber nicht einfach, weil sich Readfy gerade zwischen einem unbedingt notwendigen nachhaltigen Nachweis des Proof of Concept und der geringen Reichweite der crowd Finanzierung befindet. Ich bin da mal Optimist, das bekommt man auch hin.

Bei Urbanara verläuft die Geschäftsentwicklung weitgehend nach Plan. Was aber besonders wichtig ist: Das Unternehmen schließt eine Finanzierungsrund über 5,4 Mio. € ab. Jetzt kennt der Erfolg natürlich viele Väter. Das ist aber egal. Wichtig ist, das die bestehenden Investoren gemeinsam mit einem neuen Investor an das Unternehmen glauben. Mal schauen, ob ich da etwas recherchiere und über die Finanzierung etwas detailliertere Informationen finde. Der aktuelle „Börsenkurs“ liegt rund 20% unter meinem Investment. Also zu teuer eingestiegen, zumindest für den Moment.

Also zusammengefasst: Alle Beteiligungen gibt es noch. Die in den verschiedenen Reportings berichteten Entwicklungen zeigen typische Merkmale einer Frühphasenfinanzierung: Produktanpassungen, Brückenfinanzierung oder nicht erreichte Planungen. Aber bisher im Labor nichts wirklich Dramatisches.

Samstag, 20. Juni 2015

Bergfürst und die Banklizenz

Wer hier im Blog ein wenig stöbert, erkennt schon in den ersten Beiträgen meine grundsätzlich positive Grundhaltung zum Bergfürst-Ansatz. Klar, einige Veränderungen in der Kommunikationsstrategie hat es gegeben: Crowdinvesting - Dann kamen Immobilen als neue Asset-Klasse hinzu - Es folgte der aus meinem persönlichen Empfinden her schräge Begriff des Neo-Investing als Markenbotschaft. Aber das ist nur ein Begriff. Eine Banklizenz ist nicht zu unterschätzen. In diesem Thema steckt richtig, richtig viel Arbeit verbunden mit hohen Kosten. Eigenverantwortliches Investieren und das direkt in reifere und innovative Unternehmen: das war für mich immer Kernbotschaft und Motivation zugleich. Das ganze dann noch auf Basis eines BAFIN-Regelwerkes einer Bank: ein klares Differenzierungsmerkmal auch gegenüber anderen Plattformen am Markt. Handelbare Anteile rundeten dann den Ansatz ab.

Leider kam Bergfürst mit den versprochenen Investmentchancen nicht wirklich in die Schuhe. Über lange Zeit mit Urbanara eine einzige Unternehmensbeteiligung im Angebot, gefolgt von einer Immobile in Hamburg und jetzt: Wir geben die BAFIN-Zulassung zurück. Diese Botschaft lässt aufhorchen. Klar, ein StartUp muss flexibel sein; auf Marktveränderungen reagieren und immer die Kosten- und Erlösstrukturen des Unternehmens im Blick haben. Wir als Investoren fordern das und Bergfürst hat nichts anderes gemacht: Kosten-/ Nutzenverhältnis analysieren und daraus ableiten, was das Geschäft beeinflusst und was der Markt möchte. Die BAFIN-Lizenz hat dann wohl die Messlatte zu hoch gelegt um ein modernes Finanzierungsinstrument zu entwickeln. Regulierung und Corporate-Governance sind halt immer die andere Seite der Medaille. Alles was mit BAFIN zu tun hat, ist auch noch teuer. Das können wir aus den eigenen Erfahrungen als kleiner Frühphaseninvestor mit einem inzwischen BAFIN-lizensierten Frühphasenfonds bestätigen. Meine Partner haben mir zur Sicherheit nicht einmal alle in diesem Prozess entstanden internen und externen Kosten genannt. Mit diesem Hintergrundwissen ist die Reaktion und Vorgehensweise von Bergfürst nachvollziehbar. Kosten, regulierte Prozesse und Reporting können kleine Unternehmen oftmals nicht wirklich (wirtschaftlich) leisten.
Die neu angebotenen Beteiligungen über Bergfürst sind dann inzwischen über ein klassisches paritätisches Darlehen abgebildet. Grundsätzlich ok. Bei der Beteiligung Urbanara konnte man quasi in Echtzeit die Konsequenzen miterleben, welche die Anforderung an eine öffentlich angebotene Direktbeteiligung in Verbindung mit der Regulierung entstehen. Die durchgeführten Hauptversammlungen zeigten, wie die eigentliche Beteiligungsstruktur passend gemacht wurde.
Inzwischen wurde auch die Mindestinvestmenthöhe bei Bergfürst auf nur 10 Euro gesenkt. Aus meiner Sicht entbehrlich. Aber jetzt gilt es, die vorerst letzte Chance von Bergfürst zu nutzen: Wir wollen solide Investmentprojekte sehen.


Ergänzung und Ausblick vom 02.09.2015:

Inzwischen sind ja zwei weitere Investments auf Bergfürst möglich: die Uhrenmarke C.H. Wolf und Geile Weine. Beide Themen sind meiner Meinung nach wirklich Geschmacksache. Die Investments laufen von Außen betrachtet auch eher schleppend. Aus meiner Sicht heißt es jetzt für die Plattform um so mehr, Gas geben und wirklich kurz- und mittelfristig solide Projekte zeigen!

Donnerstag, 16. April 2015

Crowd gibt nicht nur Geld oder Schwarmintelligenz mal anders herum

Heute kam dann mal eine Mail an den einzelnen Protonet-Investor. Angekündigt wurde es ja schon auf der Hauptversammlung im Februar: Die Investoren, deren Wissen und Meinung soll enger in das Projekt und die Unternehmensentwicklung eingebunden werden. Man bittet zum 15 Minuten Telefonat.

Warum nicht: Unter den rund 1.800 Investoren wird sicherlich einiges an Meinung und Wissen vorhanden sein. Nicht alles und jedes wird für die weitere Entwicklung Sinn machen, einiges wird auch vielleicht weit weg von einer Unternehmensrealität sein.
Aber: die Crowd hat sicherlich Einiges zu bieten und auch zu sagen. Ein Perspektivwechsel tut einem Management immer gut. Ideen und Ansätze sammeln, austauschen und wie es Neudeutsch heißt: challangen.

Also ein guter Ansatz! Aus meiner Sicht nutzen die crowd-finanzierten Unternehmen viel zu wenig oder nicht nachhaltig genug die attraktive Investorenbasis. Hier einfach mal auch mehr einfordern und fragen! Und das nachhaltig. Und nicht nur die Investmenteuphorie zu Beginn des Investment und den Beta-Test nutzen.

Freitag, 27. Februar 2015

Eine Wasserstandsmeldung zwischendurch

Nachricht von urbanara: Gut im neuen Jahr angekommen, sowohl im abgeschlossenen Weihnachtsgeschäft, als auch im traditionell eher ruhigen Monat Januar. Die Planung wurde übertroffen. Aber die Kursentwicklung spiegelt das nicht wieder. Die urbanara-Aktie steht eher am unteren Rand der bisherigen Kursentwicklung bei aktuell um 8,00 Euro. Dem steht der Ausgabekurs von 10,00 Euro aus November 2013 gegenüber. Der Dax liegt im vergleichbaren Zeitraum um ca. 25% höher. Bei der Plattform haben natürlich die gehandelten geringen Volumina eine gewisse Auswirkung, crowd-Investments brauchen halt einen langen Atem.

Dann will ich noch mal kurz auf die Kommunikation und die Berichterstattung meiner anderen Investments schauen. (Pro-)Aktive Kommunikation zu Investoren (aller Art) ist wichtig:

Bei Readfy auf companisto sind die neusten updates für die Investoren aus Februar. Wurde auch Zeit seit November. Gefühlt kommen wir bei Readfy jetzt in eine nicht einfache Situation: Die Zahlen, die seit launch erreicht wurden, sind prima, aber ob die Kennzahlen nachhaltig solide sind und auch nachweißlich weiter wachsen, dazu sind wir noch nicht lang genug am Markt. Auf der anderen Seite hat die crowd-Finanzierung nicht wirklich Reichweite geschaffen um diese Nachweise für "den traction suchenden Investor" zu überzeugen. Darum ist die vorgenommene Kostenreduzierung richtig. Aber mal schauen, vielleicht rufe ich mal bei Readfy an.

Und bei protonet? Hier ist das letzte Investorenupdate von Ende Februar. Kurz und knapp, aber aus meiner Sicht alle notwendigen Informationen enthalten. Die protonet-Server gibt es jetzt auch bei gravis, da wir es jetzt keine Stückzahlen hageln, ich finde aber so einen Vertriebskanal für die generelle Akzeptanz wichtig. Vielleicht schaue ich bei protonet auf der CeBit vorbei. Mal sehen.